Insekten des Jahres 2016


Dunkelbraune Kugelspringer

Der Dunkelbraune Kugelspringer (Allacma fusca) ist Insekt des Jahres

Zum Insekt des Jahres 2016 wurde ein nur vier Millimeter großer unscheinbarer Vertreter der Urinsekten gewählt. Der Dunkelbraune Kugelspringer (Allacma fusca) gehört nach klassischer Betrachtung zur Ordnung der Springschwänze (Collembola), zu der in Deutschland über 500 Arten nachgewiesen wurden. Diese kaum bekannte Insektengruppe spielt eine herausragende Rolle beim Abbau von Laub bzw. von organischen Abfällen im Allgemeinen. In einem Quadratmeter Boden können bis in etwa 30 Zentimetern Tiefe unter optimalen Bedingungen bis zu 200.000 Individuen vorkommen! Die winzigen Insekten sind flügellos und besitzen am Hinterleib eine Sprunggabel (=Furca), mit der er sich bei Gefahr in die Luft katapultiert. Zur Fortpflanzung nimmt das Weibchen nach jeder Häutung Sperma-Pakete auf, um befruchtete Eier legen zu können. Der Winter wird im Ei-Stadium überdauert. Man nimmt an, dass die Tiere sich ständig häuten und so ihr Leben lang wachsen. Der Lebensraum ist der Wald, man hat aber auch schon Tiere in Mooren oder Höhlen gefunden.
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Stachelbeerspanner

Der Stachelbeerspanner (Abraxas grossulariata) ist Schmetterling des Jahres

Der Stachelbeerspanner gehört wie die Mehrzahl der Schmetterlinge zu den Nachfaltern, die im Juli und August für wenige Wochen z.B. des Nachts an leuchtenden Straßenlampen zu beobachten sind. Da er auf der Roten Liste steht, ist die Wahrscheinlichkeit dafür aber nicht sehr groß. Der weibliche Falter legt nach seiner Befruchtung Eier in kleinen Gruppen an der Unterseite von Stachel- oder Johannisbeerblättern. Der dadurch hervorgerufene Fraß am Laub der Beerensträucher hat ihn bei den Kleingärtnern unbeliebt gemacht. Die Raupen der etwa 500 bei uns vorkommenden Spanner (Familie Geometridae) sind alle an ihrer eigentümlichen Fortbewegung erkennbar: Die Raupe hebt abwechselnd Kopf- und Hinterteil, setzt sie aneinander und streckt oder krümmt den Körper dazu. Die ausgebreitet ca. 4 cm langen Flügel sind weiß mit einer Reihe schwarzer und oranger Punkte sehr ansprechend gefärbt. Der Lebensraum beschränkt sich nicht auf Gärten. Da die Raupe auch an Schlehe, Pfaffenhütchen, Hasel oder Weide frisst, kann man sie auch in naturnahen Wäldern oder Flussauen finden.
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Gemeine Binsenjungfer

Die Gewöhnliche Binsenjungfer (Lestes sponsa) ist Libelle des Jahres

Die Gewöhnliche Binsenjungfer gehört zu den etwa 30 bei uns vorkommenden Kleinlibellen (Unterordnung Zygoptera). Der schmale, grün metallisch gefärbte Körper der Weibchen steht im Kontrast zu den blau bereiften Körpern der Männchen. Die Flügelspannweite beträgt etwa fünf Zentimeter. Sie fliegt vor allem in den Sommermonaten. Obwohl die Art oft an Gewässern mit wechselnden Wasserständen zu finden ist, hat die Trockenheit der letzten warmen Jahre Lücken in die Populationen der Libelle gerissen. Die Paarung und Ei-Ablage findet an Stängeln von Wasserpflanzen statt. Als verbundenes Paar bohrt das Weibchen die Stängel an und schiebt Schritt für Schritt ein Ei hinein. Die Eier überdauern den Winter und im Frühjahr schlüpfen die Larven. Diese ernähren sich von kleinen Wasserorganismen und schlüpfen bereits nach zwei bis drei Monaten.
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Bunte Hummel

Die Bunte Hummel (Bombus sylvarum) ist Wildbiene des Jahres

Die Bunte Hummel gehört mit Ameisen, Honigbienen und Faltenwespen zu den wenigen staatenbildenden Insektenarten in Deutschland. In den Bestimmungswerken findet man oft die Bezeichnung „Waldhummel“, die irritiert, da die Hummel im Offenland zu Hause ist. Ihr Lebensraum sind blütenreichen Wiesen, Streuobstwiesen, naturnahe Gärten und Parks. Die überwinternde Königin sucht an den ersten warmen Tagen im Frühjahr einen möglichst trockenen Nistplatz unterirdisch in verlassenen Mäusegängen bzw. unter dichter Vegetation auf den Wiesen. Dort baut sie eine große Wachszelle, in welcher die ersten acht Larven betreut werden. Nach dem Schlupf dieser ersten Arbeiterinnen-Generation nach ca. vier Wochen verlässt die Königin ihr Nest nicht mehr. Das Volk kann im Hochsommer über 150 Insassen erreichen. Dann werden Männchen und Jungköniginnen groß gezogen, die das Nest verlassen. Während die Männchen und auch das Nest im Herbst zugrunde gehen, überwintert die nun befruchtete Königin und gründet im nächsten Frühjahr einen eigenen Staat. Das Problem vieler Blütenbesucher, so auch der Bunten Hummel sind blütenarme Landschaften. Nach der Löwenzahn-Blüte finden Hummeln, aber auch Honigbienen auf den sehr nährstoffreichen Hochleistungswiesen in akzeptabler Entfernung kaum mehr ausreichend Nahrung. In Deutschland sind bisher 36 Arten bekannt, wobei 16 Arten kaum mehr anzutreffen sind.
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Kontakt

Brauner Bär

Thüringer Entomologenverband
Andreas Kopetz
Im Semmichbache 14
OT Eischleben
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Tel.: 03628-5276102
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