Insekten des Jahres 2017


Europäische Gottesanbeterin

Die Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) ist Insekt des Jahres

Ursprünglich stammt die Gottesanbeterin aus Afrika. Von dort haben sich die bis zu 75 Millimeter langen Weibchen und mit bis zu 60 Millimeter deutlich kleineren Männchen über Südeuropa immer weiter in Richtung Norden ausgebreitet. In Deutschland kam das Insekt des Jahres 2017 lange Zeit nur in Wärmeinseln wie dem Kaiserstuhl bei Freiburg vor. Mittlerweile aber wurde die Gottesanbeterin mit Ausnahme von Niedersachsen und Schleswig-Holstein bereits in allen deutschen Bundesländern nachgewiesen. Einige der Fundorte mögen auch auf Verschleppung als unbeabsichtigtes „Urlaubsmitbringsel“ aus dem Süden zurückgehen. Aber insgesamt ist die Art ist ein gutes Beispiel für die Auswirkung des globalen Klimawandels auf die mitteleuropäische Tierwelt. Mit steigenden Temperaturen wird sich die Gottesanbeterin voraussichtlich immer weiter ausbreiten.

„Wir wollen mit unserer Wahl diese faszinierende Vertreterin der Fangschrecken ehren und mit Vorurteilen aufräumen“, begründet Prof. Dr. Thomas Schmitt, Direktor des Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut in Müncheberg und Vorsitzender des Auswahl-Kuratoriums die Entscheidung, Mantis religiosa zum Insekt des Jahres 2017 zu küren.
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Goldene Acht

Die Goldene Acht (Colias hyale) ist Schmetterling des Jahres

Die BUND NRW Naturschutzstiftung und die Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen haben die „Goldene Acht“ (Colias hyale) zum Schmetterling des Jahres 2017 gekürt, um auf den Rückgang des Falters aufmerksam zu machen. Seine Raupen ernähren sich von Luzerne und Klee und brauchen naturnahe blütenreiche Wiesen oder Weiden. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft schwindet der Lebensraum der Goldenen Acht zusehends. Luzerne und Klee werden kaum noch als Gründünger oder Viehfutter angebaut. Stattdessen wird heute mit Gülle und Kunstdünger gedüngt, und Importsoja dient als Viehfutter. Die Falter gehören innerhalb der Familie der Weißlinge zu der Unterfamilie der Gelblinge. Sie sind von Mai bis Oktober zu beobachten und ernähren sich als ausgewachsene Schmetterlinge von dem Nektar verschiedener Pflanzen, die gerade blühen. Ihre Flügelspannweite beträgt etwa vier Zentimeter. Die Männchen weisen eine gelbe und die Weibchen eine grünlich-weiße Färbung auf. Charakteristisch sind der namensgebende achtförmige, rot umrandete Fleck auf der Flügel-Unterseite, die dunkle Randbinde sowie die schwarzen und orangefarbenen Flecken. Die „Goldene Acht“ ist in Mittel- und Osteuropa sowie in den gemäßigten Zonen Asiens verbreitet, fehlt aber im Mittelmeerraum. Als Wanderfalter legt sie nicht selten mehrere hundert Kilometer zurück und erreicht so auch Regionen, in denen der Falter normalerweise nicht vorkommt.
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Gemeine Keiljungfer

Die Gemeine Keiljungfer (Gomphus vulgatissimus) ist Libelle des Jahres

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (GdO) haben die Gemeine Keiljungfer (Gomphus vulgatissimus) zur "Libelle des Jahres 2017" gekürt. Die Gemeine Keiljungfer steht für eine Gruppe von Libellenarten, die sehr stark von intakten Fließgewässern abhängig ist. Zwar hat sich die Wasserqualität in Bächen und Flüssen regional verbessert und immer mehr Gewässer werden renaturiert, jedoch sind nach wie vor nur sieben Prozent der deutschen Flüsse und Bäche in einem "guten" oder "sehr guten" ökologischen Zustand. Gerade in Deutschland sind Fließgewässer oft mit einem Cocktail aus Medikamentenrückständen und Pestiziden belastet, der Tiere und Gewässerpflanzen schädigt. Hinzu kommt, dass es keine flächendeckende Kontrolle gibt. Die Gewässer in Deutschland sind demnach keineswegs so sauber, wie offizielle Gewässergüte-Messungen vermuten lassen. Die Gemeine Keiljungfer kommt sowohl in schmalen Bachläufen als auch in großen Flussauen vor. Zu starke und plötzlich auftretende Strömungen, die zum Beispiel entstehen, wenn die Einzugsgebiete von Fließgewässern versiegelt werden, bereiten ihren Larven Schwierigkeiten. Ganze Larvenjahrgänge können dadurch abdriften und sterben. Weitere Probleme verursachen dauerhafte Gewässerverschmutzungen und der Wellenschlag, der von Schiffen ausgelöst wird. Ein Problem, welches nicht nur der Gemeinen Keiljungfer betrifft. An vielbefahrenen Flüssen wie dem Rhein fallen etliche Tiere dem von Schiffen ausgelösten Wellenschlag zum Opfer.
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Knautien-Sandbiene

Die Knautien-Sandbiene (Andrena hattorfiana) ist Wildbiene des Jahres

Eine attraktive Wildbiene mit Eigenheiten ist die Knautien-Sandbiene. Wie etwa ein Viertel aller heimischen Wildbienen benötigt sie spezielle Nahrungspflanzen als Pollenquelle für den Nachwuchs. Sie besucht bei uns vor allem die Wiesen-Knautie (auch Acker- oder Wiesen-Witwenblume, Knautia arvensis). Die Art kommt außer im arktischen Europa in vielen geeigneten Lebensräumen vor. Voraussetzung ist dabei das Vorkommen geeigneter Pollenquellen. Sie kann sicherlich alle der ca. 50 in Europa vorkommenden Witwenblumen als Pollenquelle nutzen. Weitere Pollenquellen sind Skabiosen (Tauben-Skabiose, Scabiosa columbaria) und andere Kardengewächse (Dipsacoideae). In Deutschland gibt es noch eine Anzahl Nachweise dieser Art vor allem aus Bayern, Baden-Württemberg und Brandenburg. In Thüringen kommt die Sandbiene auf etwa 20 Standorten mit mageren blütenreichen Wiesen vor.
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Die Vierfleck-Höhlenschlupfwespe (Diphyus quadripunctorius) ist Höhlentier des Jahres

Die Vierfleck-Höhlenschlupfwespe wurde von dem dänischen Zoologen Otto Friedrich Müller erstmals im Jahre 1776 in seiner Schrift "Zoologiae Danicae Prodromus, seu Animalium Daniae et Norvegiae Indigenarum characteres, nomina, et synonyma imprimis popularium" unter dem Namen Ichneumon quadripunctorius erwähnt. Bei diesem Buch handelte es sich um die erste Zusammenstellung der Fauna Dänemarks und Norwegens. Die Tiere überwintern in großer Zahl in Naturhöhlen, Bergwerksstollen und Felsenkellern. Diese Tatsache führte dazu, dass diese Schlupfwespenart zum "Höhlentier 2017" gewählt wurde. Die Vierfleck-Höhlenschlupfwespe steht für eine große Zahl an Tierarten, die auf geschützte und frostfreie Rückzugsorte unter Tage angewiesen sind. Der Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher will mit der Wahl des Höhlentieres darauf hinweisen, dass gerade bei der Erforschung der unterirdischen Ökosysteme und der darin vorkommenden Arten noch ein enormer Handlungsbedarf besteht.
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Kontakt

Brauner Bär

Thüringer Entomologenverband
Andreas Kopetz
Im Semmichbache 14
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Tel.: 03628-5276102
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